Müßiggang

Wo ist der der Müßiggang, wo geht er lang? Wo führt er hin, wo ist er drin? Nicht in 100 Prozent, nicht in volle Kraft voraus, nicht in 8 bis 17 Uhr, nicht in der Sendung mit der Maus. Wo hat man von ihm gehört, Gerüchte gehen, doch müßig, darüber zu philosophieren, wohin, worum, worüber. Der Müßiggang ist langsam, doch kommt er wieder (langsam voran). Aus dem Mittelalter, der goldenen Zeit, ich übertreibe ein wenig, tut mir leid. Aus der Vorindustrialisierung, der Vormaschinisierung, der Zeit vor Worten mit -ierung. Als man noch slowly ging, den Klostergang runter – und wieder hoch, doch war auch das ein Dienst, wir reden hier nicht von Pflichten, sondern vom gepflegte Nichtstun, vom Garnixmachen, vom Asozialen, vom Verstoß gegen das Recht auf Arbeit, das hat ein jeder, das Recht. Weil nur der arbeitende Mensch, nur der und sonst keiner, also bitte, der Nichtsnutz, der parasitäre, der muss -und Muße kommt nicht von Müssen – mal deutlich gebeten werden, ans Fließband gebeten werden, oder meinetwegen überall hin, wo man sein Auskommen hat. Sein Einkommen, mein ich. Und das gibts nicht mit Müßiggang, mit Sonne im Park vor 13 Uhr, mit Grashalm im Mund und spinnerten Sachen, die im Kopf so Achten drehen. Es geht ihnen schlecht ohne Arbeit. Richtig schlecht ohne Arbeit. Und jetzt der kleine Philosoph: Wer nichts tut, ist doof.

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