Dünkel

Jeden Sonntag, wenn alle Dorfbewohner in der Kirche waren, besuchte der dünkelhafte Großjünker Hugo heimlich eine der leerstehenden Hütten seiner Bauern. „Ach wie armselig und schmutzig hier alles ist, geradezu infectiös“, pflegte er dann vor sich hin zu sagen, oder „Was diese Leut‘ doch ihr Eigen nennen, hier.“ Und gern seufzte er dabei. „Aber nicht fad, nein, nicht so fad“. Er suchte dann, nachdem er die wenigen Zimmer besichtigt und mit seinen Fingern über das karge Holz der Tische gestrichen hatte, die Toilette auf, meist ein Plumpsklo hinter dem Haus. Dort verrichtete er sein staubig hartes Wochengeschäft, rümpfte die Nase und machte sich wieder auf den Weg zur Burg, um fort zu sein, bevor die Bewohner aus der Kirche zurück wären.
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