unabdingbar

Das Adjektiv unabdingbar hat ein Bouquet, das möchte ich mir langsam auf der Zunge zergehen lassen. Kosten wir die Einzelaromen heraus:

  • un – nicht/Negation
  • ab – entfernen, reduzieren, beenden (wie in abschaffen, absagen, Absacker)
  • ding – Ding, Sache
  • bar – Fähigkeit/Möglichkeit zu sein

Insgesamt also: Die Entfernung (ab) der Sache (ding), um die es geht, ist nicht (un) möglich (bar). Unabdingbar heißt also unverzichtbar.

Die einzelnen, oben aufgeführten Wortteile sind dabei nicht unbedingt spektakulär, aber in der Komposition amüsant. Der Wortkern -ding- wirkt so erstaunlich unpräzise und leicht infantil, gleichzeitig wird aber versucht, mit davor und dahinter gepappten Prä- und Suffixen eine besondere Präzision in der Wortaussage zu erzielen, was nahezu unmöglich ist. Insofern: ein tatsächlich recht witziges Wort.

Manchmal klingt – aufgrund seiner Verwendung – in unabdingbar für mich ein gewisser Totalitätsanspruch mit und dadurch kriegt das Wort dann doch einen säuerlichen Beigeschmack. Es hat das Potenzial für ziemlichen Angeberei und ich verwende es selten. Trotzdem ist es beim Kauen knackig wie ein Cracker.

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